Moderhinke

Desinfektionsmittel

Die drei in der Schweiz am häufigsten verwendeten Desinfektionsmittel für Klauenbäder sind Zinksulfat, Kupfersulfat und Formalin. Alle drei sind weder als Biozid registriert noch als Therapie beim Schaf zugelassen.
Zudem weisen diese Desinfektionsmittel weitere Nachteile auf, weshalb in einer aktuellen Studie die Wirksamkeit eines alternativen, umweltfreundlichen Desinfektionsmittels untersucht wird. Dieses enthält keine Schwermetalle und kann bedenkenlos auf dem Miststock oder der Güllengrube entsorgt werden. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier.

Zinksulfat

In einer wissenschaftlichen Studie konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe eines wöchentlich durchgeführten Klauenbades mit Zinksulfat das Moderhinkebakterium in einem Betrieb ausgerottet werden kann. Hierzu sind im Durchschnitt 8-10 Klauenbäder notwendig.
Zinksulfat bietet den Vorteil, dass die Desinfektionslösung während der ganzen Sanierung verwendet werden kann und lediglich die verloren gegangene Menge nachgefüllt werden muss. Bei Zinksulfat handelt es sich jedoch um ein Schwermetall, und der Inhalt des Klauenbades muss am Ende der Sanierung über den Sondermüll entsorgt werden.

Kupfersulfat

Wie beim Zink handelt es sich bei Kupfer um ein Schwermetall, welches nicht einfach auf dem Miststock oder in der Güllengrube entsorgt werden kann.
Schafe sind zudem im Gegensatz zum Rind viel anfälliger für Kupfervergiftungen. Nehmen Schafe zu viel Kupfer auf, kommt es zu Vergiftungszeichen, und die Tiere können sterben. Da auch andere Desinfektionsmittel bei übermässiger Aufnahme giftig sein können, sollten die Tiere vor dem Klauenbad ausreichend getränkt werden.

Formalin

Im Gegensatz zu den beiden Schwermetallen kann Formalin bedenkenlos auf dem Miststock entsorgt werden. Dort wird es zu umweltunschädlichen Substanzen abgebaut. Da es sich jedoch um eine flüchtige Substanz handelt, kann die Desinfektionslösung nicht für die ganze Sanierung gebraucht werden. Ein Wechsel spätestens nach jedem zweiten Klauenbad wird empfohlen. Deshalb bietet sich Formalin vor allem bei vorbeugenden Klauenbädern beispielswiese nach dem Besuch einer Ausstellung an.
Weitere Nachteile des Formalins bestehen darin, dass das Klauenbad für Tiere mit Moderhinkesymptomen sehr schmerzhaft ist. Das Klauenhorn härtet nach dem Bad zudem stark aus und die Klauenpflege wird erschwert.
Nicht zuletzt zählt Formalin als krebserregend für den Menschen. Es reizt die Schleimhäute des Anwenders und sollte deshalb nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen eingesetzt werden.

Eine übersichtliche Zusammenstellung der eingesetzten Desinfektionsmittel und die jeweils empfohlene Konzentration finden Sie im Merkblatt 6 des BGK unter folgendem Link.